Ein Entwickler namens Peter erläutert im IEBlog den neuen Seitenzoom in IE 7. Er verhält sich sehr ähnlich wie der Zoom in Opera – zoomt also die gesamte Seite einschließlich der Bilder –, beide unterscheiden sich allerdings in der Behandlung der Bilder geringfügig. Ich kann mit beiden Arten nicht viel anfangen.
Angeregt durch diesen Artikel habe ich mir den Seitenzoom in Opera zunächst mal genauer angesehen. Man kann mit den Tasten Befehl + oder Befehl – zoomen, per Voreinstellung immer um satte 100% hoch oder runter. Ich habe nicht gefunden, ob man das feiner einstellen kann. Man kann natürlich im Menü feinere Einstellungen machen, aber offensichtlich nicht mit der Tastatur. Wenn man die Zoomfunktion wie ich permanent einsetzt, ist das mehr als nervig. Schön ist, dass man in den Voreinstellungen einen Standardzoom vorgeben kann, der dann für alle Seiten gilt. Dieses Feature lösen andere Browser dadurch, dass sie sich die lezte Einstellung merken, was dem aber nicht ganz gleich kommt. Kein Browser kann allerdings bezüglich der Einstellungsmöglichkeiten mit Omniweb (Macintosh) mithalten: hier kann man die Zoomstufen für jede Domain eigens abspeichern (übrigens auch alle anderen Einstellungen wie Cookies und so weiter.)
Aber jetzt zum eigentlichen Zoomverhalten in Opera. Der Zoom vergrößert nicht nur den Text sondern auch die Bilder, die Boxen und leider auch die Abstände, sogar die, die absichtlich über Pixel formatiert wurden. Wenn das Seitenlayout flexibel aufgebaut ist, so wie meines hier, so schiebt sich der Inhalt ineinander. Die Seite sieht etwas seltsam aus, aber sie ist benutzbar.
Wenn allerdings das Seitenlayout statisch ist, so verschwindet eben der größte Bereich der Seite nach rechts aus dem Fenster und man muss waagrecht scrollen. Siehe dieses Beispiel:
Dabei ist zu beachten, dass als Anker für den Zoom die linke obere Ecke des Fensters verwendet wird. Das Bild schiebt sich also nach rechts unten aus dem Fenster. Wenn man sich auf das Zentrum des Fensters konzentriert, so verliert man den Bezugspunkt, da die Objekte alle nach rechts unten wandern.
Die Bilder werden wie gesagt mitvergrößert und die Pixel somit sichtbar. Damit diese Pixel nicht so unangenehm auffallen, werden die Bilder geglättet, vermutlich bikubisch. Die Pixel verschwinden dadurch tatsächlich, allerdings werden die Bilder dabei natürlich unscharf, wie man an den beiden Screenshots gut sehen kann.
Wenn ich die Ausführungen im IEBlog richtig verstehe, wird es im neuen IE 7 im Wesentlichen genauso funktionieren. Die Bilder werden ebenfalls geglättet, und zwar mittels einer bikubischen Interpolation. Die Zoomstufen sind feiner als in Opera, die Standardstufen sind 100%, 125% und 150%. Auch beim IE ist der Bezugspunkt das linke obere Eck, die Objekte werden also ebenfalls nach rechts unten aus dem Sichtfeld wandern und waagrechte Scrollbalken verursachen.
Ich kann mich damit nicht anfreunden. Die Unschärfe der Bilder spielt dabei die geringste Rolle. Ich empfinde sie als unangenehm, aber nicht sehr. Das Wandern der Objekte nach rechts unten stört mich aber erheblich und waagrechte Scrollbalken mag ich definitiv nicht.
Das Zoomverhalten wird dadurch in etwa so wie in einem PDF (wobei PDF mittig zoomt und somit der visuelle Focus erhalten bleibt). Genau dieses Zoomverhalten macht für mich HTML-Seiten aber immer schon benutzerfreundlicher als PDF. Eigentlich kurios: Adobe hat dieses Manko beim Zoomen von PDF erkannt und bietet deshalb die Möglichkeit, Textflüsse einzurichten, die ein bequemes Blättern mit einem Mausklick ermöglichen, oder erlaubt die Verwendung von Tags, die ein Zoomen in Handhelds ohne waagrechte Scrollbalken ermöglichen. Opera und Microsoft gehen jetzt den umgekehrten Weg, ohne dabei aber die Zoom-Funkionalität von PDF auch nur annähernd erreichen zu können. Kommt mir irgendwie falsch vor.
Ja, wenn es beide Möglichkeiten gäbe, und ich von Fall zu Fall wählen könnte, das wäre ein Fortschritt. Aber wenn ich mich zwischen beiden Möglichkeiten entscheiden muss, dann ziehe ich die traditionelle vor. Text läuft nun mal von oben nach unten und genau so will ich ihn lesen. Ich will mich nicht im Zickzack durch eine Seite wühlen.
Ich habe eben nochmals eine Seite in Opera getestet, allerdings diesmal auf einem wirklich großen Monitor, mit maximal großem Fenster bei 200% Zoom. Das hat schon was, muss ich zugeben. Man kann damit vor einer kleinen Gruppe präsentieren, den Zoom als Ersatz für einen Beamer verwenden. Also plädiere ich jetzt doch für beide Zoomtechniken :-).
Von Peter am 08.02 um 11:04 Uhr. Kategorie: Barrierefreiheit | Netzwelt
Opera zoomt beim Drücken der Tasten Plus bzw. Minus standardmäßig um 10%.
Plus = Zoom in, 10
- = Zoom out, 10
steht in meiner standard_keyboard.ini
Wenn es bei dir anders ist:
Preferences > Advanced > Shortcuts > Keyboard Setup > Edit
Im Fenster »Edit Keyboard Setup« oben im Suchfeld »zoom« eingeben.
Dort sollte dann
Plus: Zoom in, 10
auftauchen bzw. eben bei dir möglicherweise Plus: Zoom in, 100.
Große Zoomfaktoren im Opera ergeben vor allem dann Sinn, wenn man die Benutzerstylesheets verwendet, die vom Opera bereitgestellt werden. Zum Beispiel das Accessibility Layout, das Mehrspaltigkeit linearisiert.
Im Praxisgebrauch für Normalsichtige reicht meist eine Vergrößerung von 120%bis 140%, um kleinen Text lesbar zu machen. Dabei überlappen sich selten Inhalte.
Den Vergleich zum Zoomen in PDF kann ich nicht ganz nachvollziehen, dafür kenne ich den Adobe Reader zu wenig. Ich will nur kurz anmerken, dass es im Opera ein Feature namens Panning gibt (Preferences > Advanced > Middle Click Options > Select middle mouse click action: Start Panning, Enable horizontal panning). Damit kann man relativ komfortabel Dokumente lesen, obwohl sie vertikale und/oder horizontale Scrollbars erzeugen. Man drückt die mittlere Maustaste und kann dann durch die Mausbewegung das Dokument verschieben. Das Herumklicken auf den Scrollbars fällt dadurch weg.
Hallo molily,
danke für die Hinweise, die sind wirklich nützlich. Diese Funktionen habe ich auf die Schnelle nicht gesehen. Langsam gefällt mir diese Art des Zooms schon besser; als Option auf jeden Fall eine feine Sache. Insgesamt gefällt mir Opera ziemlich gut, hat sich gemausert, muss ich sagen: geschmackvolle Oberfläche und ein schönes Rendering von Schrift und Bildern. Werde ihn wohl jetzt häufiger verwenden.
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