In diesem Teil interessiert mich der Umgang von QuarkXpress 7 mit Duplex, Triplex und echten Mehrkanalbilder. Welche Formate können platziert werden, welche Formate können korrekt in ein PDF/X ausgegeben werden und bei welchen Formaten tauchen Fehler auf.
Vorab kann man sagen, dass Quark im Vergleich zu früheren Versionen dazugelernt hat, dass aber schon noch Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. Der wichtigste Schritt wurde allerdings gemacht: eine Verarbeitung von Mehrkanalbildern im PDF-Workflow ist jetzt möglich, wenn auch noch etwas eingeschränkt.
Ich habe zwei Testdateien in Photoshop erstellt und als EPS-Dateien, als Photoshop-Dateien (PSD-Dateien) und als PDF-Dateien abgespeichert. Anschließend in QuarkXpress platziert und in ein PDF exportiert beziehungsweise ein PDF über eine PostScriptdatei und Distiller erstellt.
Ergebnis: QuarkXpress verweigert die Platzierung von Duplex- und Triplex-Dateien im nativen Photoshopformat: ich erhalte beim Versuch nur eine Fehlermeldung, die darauf hinweist, dass dieses Photoshopformat nicht verarbeitet weden kann. Die beiden anderen Formate, EPS und PDF kann QuarkXpress dagegen korrekt verarbeiten. Das heißt, Duplex- oder Triplex-Dateien können Sie sowohl als EPS wie auch als PDF platzieren und im Composite-PDF/X-Workflow weiter verarbeiten.
Allerdings ist mir aufgefallen, dass als Farb-Ausgabestil zwingend die Option »Zusammengesetzte CMYK und Volltonfarben« (also der DeviceN-Farbraum) gewählt werden muss. (Siehe hierzu in Teil 2 den Abschnitt »DeviceN« und »Update«.) Wird statt dessen in einem selbst erstellten Farb-Ausgabestil die Option »Composite-CMYK« gewählt und die Umwandlung der Sonderfarben deaktiviert, so klappt zwar die Ausgabe in das PDF, bei den EPS-Dateien wird aber RGB als Alternativer Farbraum hinterlegt, was automatisch eine PDF/X-Erstellung unmöglich macht. Bei den Dateien, die als PDF-Datei platziert wurden, gab es dieses Problem nicht.
Lösung: Verwenden Sie für Duplex und Triplex entweder ausschließlich PDF-Dateien, oder stellen Sie bei der PDF-Erstellung sicher, dass als Farb-Ausgabestil »Zusammengesetzte CMYK und Volltonfarben« gewählt wird. Ich würde den zweiten Weg empfehlen.
Hier bieten sich folgende Formate an: Photoshop-, DCS-, TIFF- oder PDF-Dateien. EPS scheidet hier zunächst aus, da Photoshop Bilder mit mehr als vier Kanälen nicht als echte EPS-Datei abspeichern kann (den Einsatz von DCS-Merger berücksichtige ich im Moment nicht).
Ergebnis: QuarkXpress lässt mich alle drei Formate platzieren, verarbeitet sie jedoch nicht alle korrekt weiter:
Getestet habe ich ein Bild mit neun Sonderfarbkanälen (für einen Druck mit Metallfarben). Wenn die CMYK-Kanäle fehlen, scheidet automatisch TIFF aus, bleiben also die anderen drei Formate: DCS, PSD und PDF.
Ergebnis:
Es bleibt insgesamt etwas zu wünschen übrig: die Verarbeitung von TIFF mit Sonderfarbkanälen geht noch nicht, ebenso die Ausgabe von DCS-Dateien in den Composite-Workflow. Aber das Wichtigste – die prinzipielle Möglichkeit, Mehrkanalbilder im Composite-Workflow zu verarbeiten – ist jetzt möglich. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass Duplex / Triplex als PDF bzw. EPS und echte Mehrkanalbilder als Photoshopdatei platziert werden. Falls das bei angelieferten Fremddaten nicht der Fall sein sollte, können platzierte DCS-Bilder oder PDFs allerdings einfach in Photoshop geöffnet und als PSD-Dateien neu eingebunden werden. Somit dürfte in den meisten Fällen der Einsatz des DCS-Mergers nicht mehr nötig sein.
Von Peter am 09.08 um 07:38 Uhr. Kategorie: Acrobat | Mac-OS-X | Medienfachwirt | Mediengestaltung
Ich habe es geschafft, Dokumente mit Duplex-Bildern aus QuarkXPress in PDF-Dateien zu überführen:
1. Einstellung bei “Drucken”:“Erweitert”: PostScript Level 2
2. Einstellung bei “Drucken”:“Farbe”: unverändert
3. .ps-Datei erzeugen
4. pdf destillieren
ABER: Das funktioniert nicht, wenn “Beschnittmarken” aktiviert ist: Der Destiller kann dann die .pd-Datei nicht interpretieren. Auch dafür gibt es eine Lösung:
- die .ps-Datei mit “Vorschau” erzeugen und abspeichern (bei mr geht das einfach mit Doppelklick auf die .ps-Datei.
Glücklich nach 2 Tagen Experimentieren und Forenstudium. Verflucht seien die Programmierer von QuarkXPress!
P.S. Ich arbeite mit QuarkXPress 7.3, Destiller 8.1, System 10.4.10.
Ich hoffe, diese Notiz hilft anderen.
Herzliche Grüße
Stefan Blankertz
Die Probleme kann ich nicht nachvollziehen, allerdings kann ich im Moment nicht auf Quark 7.3 zugreifen, nur auf 7.2.
Dort ist es jedenfalls problemlos möglich, platzierte Duplex-EPS in ein PDF auszugeben:
1. über den Export wie oben im Artikel beschrieben
2. über den Druck in eine PostScriptdatei funktioniert es auch mit dem Ausgabemodus CMYK. Der Distiller 8.1 konvertiert bei mir auch problemlos eine Datei mit Schneidzeichen.
Ihre Probleme müssen m. E. eine andere Ursache haben. Verwenden Sie für die Erstellung der ps-Datei auch wirklich die Adobe PDF 8 PPD? Die Qualität des resultierenden PostScripts hängt in erster Linie von der verwendeten PPD ab. Ansonsten würde ich empfehlen, die PDF-Erstellung über den direkten Export zu testen. Seit Version 7 kann man damit zuverlässig druckvorstufentaugliche PDF-Dateien erstellen.
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