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22. Oktober 2010

iPhone Apps zur QR-Code-Erkennung

Ich bin heute über die QR-Codes gestolpert. Das sind 2-D-Strichcodes, in die man z. B. Links, Texte oder auch vCards unterbringen kann. Sinn ist, diese mit einem Handy bzw. der Handy-Kamera einzuscannen und sie in Links, Texte oder vCards zurück zu konvertieren (das Beispiel hier zeigt meine vCard). Und natürlich sie anschließend auch zu nutzen, also per Mail zu versenden, in Safari aufzurufen oder ins Adressbuch zu kopieren.

Auf den ersten Blick gibt es eine ganze Menge. Beim genauen Hinsehen bleiben eigentlich nur ein paar übrig, die annähernd so funktionieren, wie ich mir das wünschen würde, davon sind einige kostenpflichtig, die aber alle anderen auch um eine Größenordnung überholen. Aber etwas genauer, im Detail. Ich teste unter dem aktuellen iOS 4 auf einem aktuellen iPhone.

[Update]:

Ich habe ein paar weitere Apps gefunden, darunter ein sehr brauchbares, deshalb wurde der Artikel überarbeitet.

2D-Sense

Kostenlos. Hier komme ich zu keinen weiteren Tests, weil kein QR-Code erkannt wird. Ich bekomme nur den Hinweis, dass ich die Tipps lesen soll, wie ich aufnehmen muss (Ausschnitt, Qualität). Offenbar ging es vielen anderen auch so, die Kommentare gehen alle in die gleiche Richtung, und die durchschnittliche Bewertung liegt bei weniger als 2 Sternen. Letzte Bewertung von 2009, also wird die App vermutlich nicht mehr gepflegt und wurde nicht auf das neue iPhone angepasst.

NeoReader

Kostenlos. Erkennt sehr schnell und gut, allerdings kann er nur mit Links auf Internetseiten umgehen. Alles andere erkennt er zwar korrekt, jagt es aber in die URL-Zeile von Safari, was natürlich zu einer Fehlermeldung führt. Weitere Möglichkeiten (E-Mail, speichern etc.) gibt es nicht.

QRCode Office

1,59 Euro. Erkennt sehr gut und schnell – und stürzt sofort danach ab. Zumindest funktionieren nach dem Scannen keinerlei Bedienelemente mehr. Ich kann also nicht sagen, was diese App vielleicht noch könnte, wenn sie denn funktionieren würde. Nicht nutzbar.

QR Scanner

Kostenlos. Erkennt schnell und recht zuverlässig, allerdings nur sehr kurze Texte und URLs. URLs werden in Safari weitergeleitet, Text angezeigt. Weitere Möglichkeiten gibt es nicht, kein Sharing, keine Zwischenablage, kein Speichern.

iRobin

0,79 Euro. Erkennt einfache Codes schnell und einfach und unterstützt als einziges App sogar den Blitz, ist also wohl als einziges voll an das neue iPhone angepasst. Die vCard hat sie nicht erkannt, alle anderen schon. Die Codes werden allerdings nur gespeichert und für die weitere Nutzung muss man in eine Bibliothek wechseln. Hier kann man dann die URL aufrufen, die Telefonnummer wählen lassen, oder den Text in die Zwischenablage kopieren. Immerhin tut die App fast alles, was man braucht, wenn auch recht umständlich. Highlight: die App speichert zusätzlich die Koordinaten des Ortes, an dem man sich beim Scannen aufgehalten hat und ruft auf Klick die Google-Maps. Das ist beim Scannen von Preisen durchaus sinnvoll. Aufgrund der etwas umständlichen Bedienung gebe ich dieser App nur den dritten Platz.

QR-Reader

Kostenlos und für mich der zweitbeste im Feld. Erkennt nicht allzu schnell, aber zuverlässig. Man kann die gescannten Inhalte Sharen über Zwischenablage, Mail, Twitter Facebook und SMS – ein echtes Higlight in dieser Kategorie. URLs werden erkannt und an Safari gesendet, Telefonnummern werden erkannt und eine automatische Anwahl angeboten. Leider werden vCards nur als Text erkannt. Das ist das einzige Feature, das ihm fehlt, ansonsten sehr schön.

BeeTag Multicode Reader und QRCode

Zwei Apps vom gleichen Entwickler, aber unterschiedliche Distributoren. Beide sind kostenlos und erkennen die QR-Codes, es dauert allerdings zum Teil recht lang. Die Erkennung funktioniert also, wenn auch nicht so gut und schnell wie bei NeoReader. Bei der weiteren Benutzung gibt es aber Probleme: Die Weiterleitung von URLs in Safari funktioniert. Texte können gespeichert werden, aber nicht kopiert und damit auch nicht in andere Apps übernommen werden. Eine vCard wird erkannt (das schaffen in meinem Testfeld ganze zwei), man kann diese sogar bearbeiten, aber sie wird nicht gespeichert und leider auch nicht im Adressbuch abgelegt. Ich vermute, dass die App schlicht nicht ans iOS 4 angepasst wurde und deshalb die Zwischenablage nicht unterstützt. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler das bald erledigen, so sind die beiden Apps reichlich sinnlos.

QuickMark QR Code Reader

0,79 Euro – eines der Highlights, die (zweit)beste App im Feld. Sie kann alles, was ich von ihr will: erkennen von Text, URLs, Telefonnummern und vCards. Die Erkennung geht blitzartig und mit akustischer Rückmeldung (die selbst eingestellt werden kann). Nach der Erkennung erscheinen sofort Optionen für die weitere Verarbeitung in Safari, Mail, Twitter, Facebook und Adressbuch. Alle werden in einem Verlauf gespeichert, so dass sie später nochmals aufgerufen werden können. Das Kopieren von unformatiertem Text ist etwas umständlich, da man die Zwischenablage des Systems nutzen muss, aber das ist auch das Einzige, was mir irgendwie negativ auffällt. Ach ja, Geo-Tagging hat es nicht, dafür kann es umgekehrt die Strichcodes auch erstellen und mit anderen iPhones austauschen.

AppVers QRDecoder

0,79 Euro. Spielt in einer Liga mit QuickMark. Kann alles was QuickMark auch kann und erkennt fast genau so schnell. Es gibt keine voreinstellten Optionen für eine Übergabe an Feacebook oder Twitter, aber man kann URLs voreinstellen, an die der Inhalt gesendet wird. Ich habe leider nicht getestet, ob das für Facebook z. B. ausreicht. Ansonsten ist die Bedienung noch einen Kick intuitiver als QuickMark. Sehr schön ist das Feature zur Erstellung von vCards: man sucht einfach eine vCard im Adressbuch und weist QRDecoder an, einen Strichcode draus zu machen. Leider scheint die App in vCards nicht mit Sonderzeichen umgehen zu können, in meinen Tests werden Umlaute und »ß« mit kryptischen Zeichen dargestellt.

i-nigma (4)

Kostenlos. Sehr einfach aufgebaut, simpel in der Bedienung und mit guter Erkennung. Für normale QR-Codes auch gut zu gebrauchen, allerdings nicht für vCards, hier erhielt ich nur verstümmelte Ergebnisse. Zudem gibt es keine Möglichkeit, die vCards zu editieren, bevor sie ins Adressbuch übernommen werden.

Optiscan - QR-Code-Scanner und -Generator

1,59 Euro – und zusammen mit QuickMark mein Testsieger. Hat praktisch alle QR-Codes erkannt, die ich getestet habe und ist vor allem in der Lage vCards fehlerlos zu erkennen, inclusive der Umlaute, was für mich momentan das wichtigste Feature ist. Nach dem Erkennen erscheinen wie bei QuickMark sofort Optionen für die Weiterverarbeitung (Link auf Webseite, Übernahme ins Adressbuch und so weiter.) Vor allem die Weitergabe ins Adressbuch ist gut gelöst, da man vorher alle erkannten Daten sieht und editieren kann. Über die Option »Freigabe« können eigene QR-Codes aus Texten, Links oder vCards aus dem Adressbuch erstellt und z. B. per E-Mail versendet werden. Eine Weitergabe an Social-Web-Dienste ist allerdings nicht direkt möglich, auch fehlt eine Übergabe an den Kartendienst.

Mein Fazit

Wer Geotagging braucht, sollte iRobin verwenden, ansonsten würde ich zu QuickMark QR Code Reader oder Optiscan raten. Auf QR-Reader kommt vor allem in Frage, wenn es nichts kosten darf. QuickMark und Optiscan gefallen mir besser als QR-Reader weil sie schneller erkennen und vCards beherrschen, allerdings ist bei QR-Reader die weitere Nutzung intuitiver und dadurch schneller. Zwischen QuickMark und Optiscan kann ich mich noch nicht richtig entscheiden: Optiscan erkennt vor allem vCards besser, QuickMark verarbeitet die Daten anschließend besser bzw. ist intuitiver. Diese vier Apps sind die einzigen, die überhaupt sinnvoll funktionieren, der Rest ist in meinen Augen unbrauchbar, zumindest im Moment. Bei BeeTag Multicode Reader bzw QRCode erkennt man die Absicht der Entwickler, aber leider ist das Teil momentan so buggy, dass es praktisch wertlos ist. Wenn diese Bugs bereinigt werden, könnte es evtl. auf Platz zwei aufrücken.

Weiterführende Links:

  • Hier habe ich einen kleinen Überblick gefunden, der die Features von einigen Apps in einer übersichtlichen Tabelle auflistet (Englisch): 11 iPhone QR Code Readers Tested .
  • Für Tests ist übrigens diese Seite sehr gut geeignet: GOQR.ME. Hier und bei QR-Code-Generator kann man sich vCards in QRcode umwandeln lassen.
  • Die QR-Code-Fanseite auf Facebook: www.facebook.com/QRCode. Hier findet man viele unterschiedliche Beispiele von QR-Codes in allen möglichen (und unmöglichen) Darstellungen.
  • Basiswissen QR-Code: Informativer Überblick mit einer Liste von Handy-Modellen, die QR-Codes unterstützen.
  • Mobile Barcodeder: Add On für Firefox, erstellt einen QR-Code aus ausgewähltem Text einer Webseite.
  • QR-Code-Visitenkarten: aus vorgefertigten Templates auswählen und Vorschau erstellen oder PDF herunterladen.

 

Von Peter am 22.10 um 22:14 Uhr. Kategorie: Mac-OS-X | Netzwelt

Trackbacks

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Kommentare

  1. Kommentar von Armin am 19. 10 um 08:47 Uhr:

    Hallo,
    ich kann überall nur qr-reader fürs iphone oder handy finden, aber leider nichts, das den Code aus einem ganz normalen Bild am stationären/mobilen Mac auslesen kann.
    Gibts da was?
    Grüße
    Armin Mayr

  2. Kommentar von peter am 19. 10 um 21:52 Uhr:

    Tja, das scheint tatsächlich so zu sein, ich kann auch nichts finden. Eigenartig.

    Peter

  3. Kommentar von Markus am 09. 11 um 08:57 Uhr:

    Zitat: Nach der Erkennung erscheinen sofort Optionen für die weitere Verarbeitung in Safari, Mail, Twitter, Facebook und Adressbuch

    Hallo Peter,
    habe nach deinem Tipp Quickmark ausprobiert.

    Leider mit abweichenden Erfahrungen: die Optionen erscheinen bei mir nicht automatisch (iPhone4) und ich finde kein Menü, um die Daten ins Adressbuch übernehmen zu können.

    Hast du einen Tipp ?
    Schöne Grüße,
    Markus

  4. Kommentar von Markus am 09. 11 um 09:01 Uhr:

    Korrektur zu eben: Habe gerade herausgefunden, dass die Optionen sehr wohl automatisch erscheinen, wenn der QR Code mit dem richtigen Programm erstellt wurde.
    In meinem Fall hatte ich den Code online erzeugt und offenbar sind dort die Daten als vCard nicht wirklich vollständig erzeugt worden.
    Mit dem Code von Peter (siehe oben) funktioniert das wie von Peter beschrieben.

    Danke sehr für deinen Testbericht.

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