Typo3 ist ein mittlerweile recht bekanntes Content Management System, oder wie die Entwickler selbst es nennen: »A free CMS framework«. Ein Framework ist eine Entwicklungsumgebung, kein fertiges System aus der Schachtel. Typo3 richtet sich folgerichtig nicht an Blogger oder Hobby-Anwender (wie zum Beispiel RapidWeaver), sondern an mehr oder weniger professionelle Webentwickler, die damit individuell zugeschnittene Content Management Systeme für Firmen erstellen können.
Wir beschäftigen uns hier seit einiger Zeit mit diesem System und es gefällt uns immer besser. Es ist wirklich sehr leistungsfähig und ausbaubar. Wir haben deshalb eine kleine Demo-Anwendung erstellt, indem Sie gerne eigene Einträge machen können, um Typo3 ein bisschen zu testen.
An die Entwickler stellt Typo3 hohe Ansprüche: gute HTML- und CSS-Kenntnisse sind erforderlich, ausserdem sollte man etwas mehr als nur die Grundlagen von PHP beherrschen. Zusätzlich muss man eine Typo3-eigene Skriptsprache erlernen, genannt TypoScript. Weiter braucht es einen gut ausgestatteten Server: PHP und MySQL sind klar, aber darüberhinaus benötigt man für die Grafik-Funktionen noch die GD-Lib und ImageMagick. Wenn diese zur Verfügung stehen, kann Typo3 allerdings Grafiken und Bilder skalieren, kombinieren und sogar automatisch Rollover-Buttons erstellen. Da bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt.
Während die Lernkurve der Entwickler ziemlich steil ansteigt, ist die Lernkurve für die Redakteure sehr flach. Nach einer kurzen Einweisung von zwei/drei Stunden können diese normalerweise problemlos mit dem fertigen CMS umgehen.
Bei den meisten Blogsystemen, die ich kenne, muss man den Content in Form von HTML oder Textile eingeben. Bilder müssen meist getrennt hochgeladen und dann via HTML im Inhalt platziert werden. Das ist auch bei Tools wie ecto oder Marsedit noch im wesentlichen so. Nicht so bei Typo3. Jedes Inhaltselement kann eigens erstellt werden und mit weiteren Inhaltselementen zu einer neuen Seite kombiniert werden. Überschriften und normale Absätze werden automatisch erkannt. Bilder können einfach zusammen mit dem Text hochgeladen werden, man gibt nur an, wie groß die Bilder werden sollen, und wie Bild und Text einander umfließen sollen. Listen werden erstellt, indem man im Inhaltselement Listen einfach Zeilen eingibt: jede Zeile ergibt einen Listeneintrag. Tabellen werden entweder über einen Tabellengenerator erstellt, oder indem die Inhalte der Zellen einfach über einen senkrechten Strich getrennt werden. Und so weiter - alles zielt darauf ab, dass der Redakteur keinerlei HTML-Kenntnisse benötigt. Nicht einmal für ein individuelles Kontaktformular.
Typo3 eignet sich aber nicht gut für Blogs. Man kann notfalls ein Blog damit erstellen, aber es wäre umständlich. Es ist zwar ein sehr leistungsfähiges News-System vorhanden, und es gibt auch Erweiterungen für RSS-Feeds und Kommentare, letztlich ist Typo3 aber optimiert für statische Inhaltsseiten, die über ein komplexes Navigationssystem erreicht werden – für die typischen Firmenauftritte eben. Dabei ist es nahezu unschlagbar: Seiten können beliebig erstellt und verschoben werden, Navigationstexte, Seitentitel und alle wichtigen Metadaten können per Benutzerinterface vom Redakteur beim Erstellen einer neuen Seite einfach eingegeben werden. Die hierarchischen Menüs erstellen sich automatisch (soweit der Entwickler das implementiert hat natürlich nur) und Verlinkungen der Seiten untereinander sind ebenfalls sehr einfach.
Nun ja, probieren Sie es einfach mal aus. Die Links zu unseren Demo-Seiten finden Sie oben.
Wichtige Links zu Typo3 finden Sie in der Kategorie Ressourcen
Von Peter am 23.11 um 20:00 Uhr. Kategorie: HTML-CSS | Typo3-CMS
Sehr ausführliche Beschreibung, wirklich gut.
Typo3 gehört sicherlich zu den professionellsten CMS - und ist noch dazu kostenlos.
Den einzigen Nachteil bei TYPO3 sehe ich an der Funktionsvielfalt und den benötigten Kenntnissen des Webmasters. Deshalb empfehle ich Typo3 meist nur an Grosskunden weiter, welche einen entsprechenden Umfang benötigen.
Ich habe selbst schon für einige Kunden verschiedene Content-Management-Systeme (Typo3, phpwcms, phpcms, ezPublish, ...) installiert. Mein Favorit unter den CMS ist eindeutig die kleine Schwester von Typo3 (Eigendefinition des Entwicklers), nämlich phpwcms - da ideal für Klein- und Mittelbetriebe.
ist ähnlich Typo3 nur viel schlanker und meiner Meinung nach auch leichter zu installieren und zu verwalten.
Hallo ragi,
phpwcms habe ich mir vor kurzem auch mal angesehen, allerdings nur ganz oberflächlich, aus Zeitmangel. Irgendein einfacheres System brauche ich wirklich noch, für kleinere Projekte ist Typo3 einfach überdimensioniert, das ist richtig. Vor allem, wenn die Leute bei Strato und Konsorten bleiben wollen :-( Ich wollte mir Mambo mal ansehen, aber irgendwie sagt mir das Interface nicht zu. Also werde ich doch noch mal phpwcms anpacken.
Hallo Peter,
du sagst es. Für kleinere Projekte ist Typo3 einfach überdimensioniert. Schau dir ruhig phpwcms an. Wenn du dich mit Typo3 auskennst, kennst du dich fast auch schon mit phpwcms aus.
Trackback-URL: http://www.lisardo.de/trackback/104/32KFrKXX/